„Trau Dich – Gott ist bei Dir“

03.05.2017

Heilig-Rock-Tage für Kindertageseinrichtungen 2017

„Selbstvertrauen zu gewinnen ist für alle Kinder ein wichtiger Teil ihrer Entwicklung und eine wesentliche Grundlage, sich neugierig die Welt anzueignen. In Kindertageseinrichtungen werden sie dabei liebevoll begleitet – auch in dem Bewusstsein, dass Gott die Wege der Kleinen und Großen mit seinem Segen mitgeht. Die Heilig-Rock-Tage für die Kinder aus den Kindertageseinrichtungen wollen dies auf vielfältige Weise aufgreifen“ (Bistum Trier).

Am 02. und 03. Mai 2017 fanden die diesjährigen Begegnungstage für Kinder aus Kindertagesstätten unter dem Leitgedanken „Trau Dich – Gott ist bei Dir“ statt. Eingeladen waren besonders die Kinder aus den Kindertageseinrichtungen, die sich in ihrem letzten Kindergartenjahr befinden und im Sommer in die Schule gehen werden. Gemeinsam mit den sie begleitenden Erzieherinnen und Erziehern, Eltern und Großeltern, Seelsorgerinnen und Seelsorgern durften sie ein Fest der Verbindung ihres Lebens mit ihrem Glauben feiern.

Vor der Besichtigung des Heiligen Rockes erhielten die Kinder zur Begrüßung einen 2017er Anhänger für den Pilgerstab und durften auf der großen Bistumskarte eine Fahne an der Stelle anpinnen, wo sich ihre Kita befindet. Groß war im Anschluss der Ansturm, um in der Heilig-Rock-Kapelle im Trierer Dom den Heiligen Rock zu bewundern. Dieser wird in einer Glasvitrine aufbewahrt, um ihn vor Zerfall zu schützen. Viele Kinder nahmen auch an einer anschließenden oder vorangegangenen Domführung teil.

Ab 10 Uhr begannen an beiden Tagen religionspädagogische Workshop-angebote, die von vielen Helferinnen und Helfern aus den Kitas selbst vorbereitet wurden.

Unter den insgesamt 49 Angeboten, bot auch die Kita St. Georg aus Urmitz am Rhein einen Workshop mit dem Titel: „Der heilige Franziskus – Wir für uns - Wir für die Schöpfung - Gott für uns“, bei dem erzählt, gestaltet und getanzt wurde. Dieses Angebot wurde dienstags zweimalig angeboten.

„Die inhaltliche Vorbereitung funktioniert im Prinzip ähnlich wie die Vorbereitung solcher Einheiten in der eigenen Einrichtung. Man kennt nur die Kinder nicht, die an diesem Angebot in Trier gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Erziehern teilnehmen werden“, berichteten Marion Höfer und Bianca Burtscheidt-Lamprecht aus der Urmitzer Einrichtung.

Zum Einstieg wurde in einem Gespräch herausgefunden, was die Kinder bereits über den Heiligen Franziskus wissen. Daraufhin folgte ein gemeinsamer Gesang: „Gib uns Ohren, die hören und Augen, die sehn“ und das Vorlesen des „Sonnengesanges“. Währenddessen erfolgte in der Stuhlkreismitte die gemeinsame Gestaltung mithilfe von Tüchern, Gegenständen, Naturmaterialien und Bildern, die die vorgelesene Geschichte symbolisieren sollte. Nachdem alle gemeinsam das Werk auf sich wirken ließen, wurde nochmals gemeinsam gesungen: „Du hast uns deine Welt geschenkt“. Alle Erwachsenen und Kinder konnten daraufhin beim Tanz zum „Sonnengsang“ – interpretiert von Angelo Branduardi - mitmachen. Zum Schluss wurden die Kinder mit einem gemeinsamen Gebet des „Vater unsers“ und guten Wünschen verabschiedet.

Besonders beeindruckend ist es immer wieder zu erleben, ob und wie sich die unterschiedlichen Gruppen auf das Angebot und die Gestaltung einlassen. Auch in diesem Jahr konnten wir hier wieder große Bereitschaft und Interesse erleben,“ so die beiden Urmitzer Kolleginnen weiter. „Obwohl die Vorbereitungen zu einem Arbeitskreis inklusive der Vorbereitungen mit den Kindern der eigenen Tageseinrichtung sehr intensiv sind, machen wir es immer wieder gerne! Es ist sehr bereichernd für uns selbst und es macht Freude, andere Menschen für diese Form der religionspädagogischen Arbeit zu begeistern.

“Auch die Kita St. Hedwig aus Koblenz-Karthause bot ein zum-Leitgedanken-passendes Angebot mit dem Titel: „Die dumme Augustine - Du kannst alles schaffen, wenn du es wirklich willst“ an. In drei Angeboten wurde mit den Kindern zuerst einmal das Bilderbuch angeschaut.

In der Geschichte geht es um Augustine, die Frau vom dummen August im Zirkus. Sie ist für die Versorgung der Familie verantwortlich: Kochen, Waschen, Putzen, Kinder betreuen. August arbeitet in der Manege. Augustine träumt davon, auch im Zirkus aufzutreten. Eines Tages muss August wegen starken Zahnschmerzen zum Zahnarzt, er verpasst die Vorstellung. Stattdessen setzt Augustine ihren Traum um und tritt in der Manege auf. Das Publikum ist begeistert von der „dummen Augustine“. August kommt gerade noch rechtzeitig, um zu sehen was Augustine alles kann. Ab diesem Zeitpunkt machen sie alles gemeinsam, zu Hause und auch in der Manege.

Im Anschluss folgte ein Dialog mit den Kindern darüber, was in dem Buch geschehen ist, was der Traum von Augustine war und was sie mit ihrem Traum gemacht hat. Die Kinder kamen sehr schnell auf die Idee, dass Augustine sich getraut hat, ihren Traum umzusetzen und dass das sehr schön für sie war. Im Anschluss an das Gespräch hatten die Kinder die Möglichkeit, jedes für sich, ein kleines „Trau Dich“-Buch zu gestalten. Darin wurden Bilder darüber gemalt, was sich die Kinder trauen, getraut haben oder vielleicht noch trauen wollen.

„Es hat in allen drei Gruppen Spaß gemacht und die Kinder waren froh mit ihren kleinen Büchern“, erzählte Uschi Laux aus der Kita St. Hedwig, Koblenz-Karthause. „So wie es uns für unsere Kinder wichtig ist, dass sie an diesen Begegnungstagen teilnehmen, so ist es auch uns Erziehern wichtig, unseren Anteil an den Angeboten für Kinder anderer Einrichtungen zu haben. Es ist eine schöne Erfahrung mit Kindern anderer Einrichtungen zu arbeiten, die gemeinsam mit ihren Erziehern die verbindende Atmosphäre an diesen Tagen auf sich wirken lassen“.

Die Arbeitskreisleiterinnen Heike Rothländer und Andrea Müller aus der Kita St. Konrad in Koblenz boten den Kindern ein Angebot unter dem Titel: „Der Buchstabenbaum – Friedensbotschaft für alle Menschen“. Sie hatten das Bilderbuch „Der Buchstabenbaum“ von Leo Lionni ausgewählt. Diese Geschichte vermittelt den Kindern in einfachen Sätzen und bunten Bildern, was geschieht, wenn man sich zusammenschließt um gemeinsam eine wichtige Botschaft zu verkünden. Mut machen, Ängste überwinden, friedlich und gleichberechtigt in einer Gemeinschaft zusammenleben: Das alles sind Themen, die die Kinder im täglich gelebten Alltag erfahren und kennen. Spielerisch konnten die teilnehmenden Kinder und Erzieher den Zusammenhang von Buchstaben, Wörtern und Sätzen erfahren, um etwas Wichtiges auszudrücken: „Friede den Menschen auf Erden“.

Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Lasst uns miteinander, Frieden bringen in diese Welt“ wurden die Kinder nach einem ereignisreichen Vormittag verabschiedet. An diesem Angebot nahmen vier Kindertageseinrichtungen des Bistums Trier teil. Den Erzieherinnen wurde vielfältiges Arbeitsmaterial an die Hand gegeben, um den Inhalt des Bilderbuches in der jeweiligen Kita zu vertiefen.

„Die Verbindung von Leben und Glauben ist in unserer Kita gelebter Alltag. Die Kinder begegnen täglich Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion. Die „Farbigkeit“ und Vielfalt unsrer Familienkulturen bereichern das Miteinander und tragen zur kulturellen Aufgeschlossenheit bei. Die Kinder erkunden unvoreingenommen und neugierig das Leben und gehen achtsam und tolerant miteinander um. Die pädagogischen Fachkräfte begleiten die Kinder auf ihrem Weg ins Leben,“ erläuterten die beiden Erzieherinnen.

Alle Kinder durften selbstgemalte Bilder zum Thema „Trau Dich – Gott ist bei Dir“ mitbringen, die auf ein riesiges Plakat geklebt und später im Dom für alle sichtbar aufgehängt wurden.

Zum Höhepunkt der Veranstaltung fand an beiden Tagen um 14 Uhr ein Abschlussgottesdienst im Dom statt; am Dienstag mit Herrn Bischof Dr. Stephan Ackermann und am Mittwoch mit Herrn Weihbischof Jörg Michael Peters. Die Geschäftsführung der Katholischen KiTa gGmbH Koblenz dankt allen beteiligten Arbeitsgruppen-leiterinnen sehr herzlich dafür, dass diese ein religionspädagogisches Angebot auf die Beine gestellt haben, welches auch in diesem Jahr die Heilig Rock Tage für die Kinder zu einem imposanten Erlebnis gemacht hat. Ohne sie wäre eine solche Veranstaltung in dem Umfang nicht möglich. 

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